NIENBURGER KINDERTAFEL

Die Nienburger Kindertafel - gesunde Ernährung für mehr als 700 Kinder und Jugendliche pro Woche

Fröhliches Kinderlachen hallt während der Pause durch die Flure einer Nienburger Förderschule. Sie ist eine von drei Schulen, die regelmäßig mit gesundem Frühstück versorgt wird. Ebenso werden Kinder und Jugendliche nicht nur in Nienburg, sondern auch in den Ausgabestellen Hoya, Neustadt am Rübenberge und Stolzenau mit Zutaten für eine warme Mahlzeit oder ein Frühstück unterstützt. 

Warum ist das nötig? Können die Eltern nicht selber dafür sorgen? Die Antwort ist kurz und eindeutig: NEIN. Die Augen dürfen nicht vor einer sich ausbreitenden Armut verschlossen werden. Die schwächsten Glieder in der Gesellschaft sind die Kinder. Im Landkreis Nienburg leben 3256 Kinder bis 15 Jahren von Hartz IV. Diesen Mädchen und Jungen stehen pro Tag 2,71 Euro für Lebensmittel zur Verfügung. Abwechslung fehlt, und gesunde Ernährung bleibt oft auf der Strecke. Viele Schülerinnen und Schüler kommen ohne Frühstück in die Schule. Wie sollen sie so dem Unterricht konzentriert folgen? Hunger hat eine ähnliche Auswirkung auf den Körper wie Stress. 

Ein Frühstück macht leistungsfähiger, konzentrierter und kreativer. Deswegen betont die Lehrerin Frau Jost: Mit einer Mahlzeit können die Kinder dem Unterricht besser folgen, sie sind konzentrierter und aufmerksamer. Aber der richtige Pausensnack muss es sein. Zu viele Kinder sind übergewichtig und können in der Folge ernste Erkrankungen wie Diabetes und Arteriosklerose erleiden. Die Geschmacksrichtung ‚süß’ ist die beliebteste. Hier setzt die Nienburger Tafel an. Die Schulen beklagen, dass viele Schüler bestimmte Geschmacksrichtungen gar nicht mehr kennen. Die Heilpädagogin Frau Grunewald meint: Die Einrichtung der Tafel ist ganz in meinem Sinne. Viele Kinder leben von Weiß- und Toastbrot und haben kein angemessenes Frühstück. Es fehlt das Gesunde, Vollwertige in der Nahrung. Die Kinder sind zu sehr auf Süßes fixiert. Die Lehrerin Frau Kruse unterstreicht: Die Bedürftigkeit an Nahrungsmitteln ist vorhanden. Die Kinder freuen sich besonders auf Brot und Obst.

Und wie kommt das Frühstück bei den Abnehmern an? Die meisten Befragten antworten darauf mit einem Adjektiv: Gut! Differenzierter äußert sich Ronaldo: Ich mag das Essen gerne. Mir schmecken das viele Obst und das Gemüse und vor allem der Joghurt mit Stracciatella. Laura unterstreicht: Ich esse gerne Obst, besonders Kiwis. Abdul meint: Mir gefällt die Tafel. Da ich oft kein Frühstück mitbringe, freue ich mich auf das Tafelbrot. Und nachdenklich antwortet Vedat: Es ist gut, dass Menschen, die nicht soviel Geld haben, zur Tafel gehen können und sich dort etwas zu essen holen. In andern Ländern gibt es so etwas nicht, hier haben die Menschen eine Chance.

Die Lehrerin Frau Brase fasst zusammen: Mit der Einrichtung der Tafel wird ein wichtiges Bedürfnis befriedigt. Es wird versucht, etwas Besonderes anzubieten. So wird den Kindern gleichzeitig Wertschätzung entgegen gebracht. Auch die Spende an Schul-Arbeitsmaterial wurde mit großer Freude angenommen. Vielen Kindern und ihren Eltern fehlen dazu die finanziellen Mittel. Die ehrenamtlichen Mitarbeiter der Nienburger Tafel arbeiten mit hohem Einsatz. Dadurch entsteht eine Entlastung für die Schule.

Soviel Lob spornt die Nienburger Kindertafel an, in ihren Bemühungen nicht nachzulassen und dort verstärkt zu helfen, wo die Zukunft unserer Gesellschaft liegt: bei den Kindern und Jugendlichen.

Anmeldung