ÜBER UNS

Am 1. Oktober 1998 war es soweit: die Nienburger Tafel konnte mit ihrer Arbeit beginnen. Die Idee hierzu kam von Bewohnern der Herberge zur Heimat. Auch einige Bürgerinnen und Bürger der Stadt hatten schon Interesse geäußert, eine Tafel zu gründen. So konnten der Idee sehr schnell Taten folgen.

Die Nienburger Tafel wurde ein Projekt des Vereins Herberge zur Heimat e.V. Nienburg e. V. Projektleiterin wurde Beate Kiehl, die zusammen mit einer anderen ABM-Kraft vom Arbeitsamt zur Verfügung gestellt wurde. Frau Kiehl ist bis heute Projektleiterin. Unterstützt wurden die beiden von 10 ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.

Schirmherrin wurde Traute Grundmann, MdL, die sich bis zu ihrem leider viel zu frühen Tod sehr tatkräftig für die Tafel engagierte.

Die Arbeit der Tafel begann provisorisch in einem Raum der Nachgehenden Hilfe in der Parkstraße 5. Es mangelte noch an allem: Ware, Lagerplatz, Kühlschränken, Geld und einem Fahrzeug. Die Ehrenamtlichen holten damals mit Privat-Pkws Ware von 8 Lieferanten und Sponsoren ab.

Im Oktober kamen 30 Kunden zur Nienburger Tafel, im Monat darauf waren es bereits 200. Innerhalb eines Jahres steigerte sich die Zahl auf 2.000 pro Monat.
Diese explosionsartige Steigerung zwang zum Handeln. Dank zahlreicher Spenden der Nienburger Industrie, Banken, Vereinen und von Privatleuten konnte im Mai 1999 endlich das schon so lange benötigte Fahrzeug gekauft werden: ein gebrauchter Ford Transit.

Im Juni 99 war dann der erste Umzug fällig, die Tafel bezog Räume der Firma Puls in der Großen Drakenburger Straße. Hier gab es ein großes Lager, einen Ausgabe- und Warteraum. Vier mal pro Woche wurden die Lebensmittel ausgegeben.

Zusammen mit dem Verein ´Hoffnung für Kinder in Not´ startete die Nienburger Tafel im Dezember 99 ein weiteres Projekt. Schulfrühstück in der Fröbelschule. Zweimal in der Woche wurden 250 Kinder mit Frühstück versorgt. Dieses Projekt war zunächst auf ein Jahr begrenzt. Die Kinder haben das Frühstück aber so begeistert und dankbar angenommen, dass diese Aktion heute noch läuft und auf weitere Schulen und Institutionen ausgeweitet wurde. Heute werden durch die daraus entstandene Nienburger Kindertafel wöchentlich über 650 Kinder mit Zutaten für ein gesundes Frühstück oder ein warmes Mittagessen versorgt.

Die Freude an den neuen Räumlichkeiten war nur von kurzer Dauer. Im April 2001 kam der Abrißbagger und die Tafel musste zusammen mit anderen sozialen Initiativen in das ehemalige Bundesvermögensamt am Berliner Ring umziehen. Hier wurde es eng. Die Räume waren nur noch halb so groß, ebenso die Lagerkapazitäten im Keller. Dies konnte nur eine Übergangslösung sein.

Die Tafel war inzwischen weiter gewachsen. Es wurden an jedem Ausgabetag über 100 Kunden versorgt. Die Zahl der spendenden Lebensmittelgeschäfte und -firmen hatte sich vervielfacht und erstreckte sich weit über die Stadtgrenze hinaus. Die vorwiegend ehrenamtliche Tafel-Crew war auf über 20 Personen angewachsen.

Außerdem wurde im November 01 in Stolzenau die erste Außenstelle eröffnet. Hier werden jeden Mittwoch im alten Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Lebensmittel ausgegeben.

Ein Ereignis besonderer Art war das Niedersächsische Tafeltreffen im Weserschlößchen im Oktober 2001, das von der Nienburger Tafel ausgerichtet wurde. Hier wurde u. a. beraten, wie die Tafelarbeit optimiert und der Warenaustausch untereinander organisiert werden kann. Damals war Frau Bengen von der Oldenburger Tafel Ländervertreterin für die 3o Tafeln in Niedersachsen/Bremen. Heute hat Niedersachen über 80 Tafeln und Frau Kiehl ist Ländervertreterin für den Bereich Niedersachsen Ost und Bremen.

Zum 31.3.02 endete der Mietvertrag am Berliner Ring, das Haus wurde verkauft. Jetzt war guter Rat teuer.

Aber dann entwickelte sich das Jahr 2002 doch noch zu einem Glücksjahr. Ende Juni konnte die Tafel in die Halle und Räume des Fahrradhauses Lichy in der Neuen Wallstraße umziehen. Hier gab es Platz für die mit Spendengeldern angeschaffte Kühlzeile und die geschenkte komplette Ladeneinrichtung einer Bäckerei aus Lingen. Die Lebensmittelausgabe war jetzt perfekt. Ein richtiger kleiner Laden.

Auch das erneute Autoproblem löste sich: ein Kühlwagen konnte angeschafft werden. Er wurde zur Hälfte vom Hersteller gesponsert, die andere Hälfte wurde durch Spenden und Benefizveranstaltungen finanziert.

Doch dann kam noch einmal ein Rückschlag. Am 08.06.04 wurde der Transit durch Brandstiftung zerstört. Aber schon bald konnte mit Hilfe von Spendengeldern ein neuer Transporter gekauft werden. 

Und die Tafel wuchs immer weiter. Im Januar 2005 wurde eine Ausgabestelle in Neustadt eröffnet, im Mai 2006 eine weitere in Hoya.

Und sie wurde auch immer professioneller. Um die ständig größer werdenden Warenmengen lagern zu können, musste 2006 ein Hochregal angeschafft werden. Und um die Rücken der Mitarbeiter zu schonen und die Arbeitssicherheit zu erhöhen, war ein Elektro-Deichselstapler erforderlich. Im Mai 2008 wurde eine größere Kühl-Gefrierzelle gekauft. Alles wurde wie immer aus Spendengeldern und Erlösen von Benefizveranstaltungen finanziert. Inzwischen gleicht das Lager einem kleinen Logistik-Zentrum, von dem aus auch alle Ausgabestellen mit Ware versorgt werden. In den Ausgabestellen selber entstehen keine Kosten, da uns die Kirchengemeinden die Räumlichkeiten kostenlos zur Verfügung stellen. Artikel die zur Reinigung bzw. zu sachgerechten Behandlung der Ware im Sinne der Lebensmittelhygiene erforderlich sind, werden zum jeweiligen Ausgabetag über die Nienburger Tafel mitgebracht.

Harke-Beilage zum 10-jährigen Bestehen der Nienburger Tafel: 10j_nienburger_tafel.pdf

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